'sharing' is the 'community currency' of social networks

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'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Orbiter » Mo Nov 24, 2008 12:26 pm

Den Satz habe ich irgendwo entdeckt, und bin recht fasziniert davon. Ich wollte das hier einfach mal ablegen, vielleicht ist es für euch ein Diskussionsanreiz.

Meine Gedanken dazu:
Der Satz bringt ganz kurz zum Ausdruck, warum soziale Netzwerke und dessen Inkarnationen als social community platforms im Internet funktionieren: Märkte, Netzwerke, Gemeinschaften funktionieren, wenn sie eine Plattform, und damit ein Regelwerk zum Austausch von 'Waren' bieten. Je besser die Plattform und je effizienter die Regeln, desto größer wird die Gemeinschaft.

Das Regelwerk solcher Plattformen beinhaltet insbesondere eine 'Währung' die ein Austausch von Waren (materiell oder inmateriell) regelt: das 'sharing' ist die Währung bei Information. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel Information zu besitzen, sondern auch ein möglichst großes Spektrum an Funktionen zu Informationen zu besitzen. Bei Plattformen wie flickr, youtube, studivz, xing, wer-kennt-wen usw. wird das genutzt damit die User sich mit anderen Users nicht nur verbinden, sondern auch vergleichen können. Verbinden&Vergleichen scheint ein Stoff der Währung 'sharing' zu sein, sozusagen der Qualitätsvektor, der zusammen mit dem Quantitätsvektor (die eigentlichen 'Massendaten', Videos, mp3s etc) den virtuellen 'Wert' innerhalb der Social Community ausdrückt.

Verbinden & Vergleichen:
diese beiden Kriterien könnte man auch mal auf YaCy anwenden. Offenbar haben wir hierzu nichts. Dabei 'handeln' wir ja in YaCy quasi schon mit Information, nur ist diese absichtlich vom User entkoppelt. Vielleicht könnte man Metainformation zu den Daten, die man als User in YaCy generiert, als 'Vergleichsstoff' nehmen, wie # gecrawlte Seiten, # Domänen, # Bookmarks, öffentliche Bookmarks. 'Verbinden' könnte auch eine Instanz der Clusterbildung sein, nur ist das viel zu technisch. Vielleicht müsste man darüber nachdenken, ob es einseitige Verbindungen geben darf und was das bei YaCy sein könnte. Beispielsweise fällt mir dazu ein: einseitige Verbindung auf jemanden, dessen Blacklist man stehts importiert. einseitige Verbindung auf jemanden, dessen öffentliche Bookmarks zu den eigenen zugemischt werden darf, usw.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon PCA42 » Mo Nov 24, 2008 12:37 pm

Den Ansatz für das Verbinden und Vergleichen finde ich von deiner Seite aus schon gut gewählt. Woher kommt der große Erfolg von Seti@Home. Aus meiner Sicht in sicherlich ein großer Anreitz, dass da draußen was sein mag ;) . Aber auf der anderen Seite ist auch ein großer Wettbewerb um die meistens erledigten Workunits entbrannt. Und das sogar zwischen Teams. Warum sollte nicht auch hier ein entsprechender Wettbewerb entstehen mit diversen Kennzahlen wie z.B. die meistens gecrawlten Seiten, wer hat am meistens Daten verteilt (bin ich derzeit Erster mit yacy-suche.de 8-) ) oder die meisten Ergebnisse für Suchbegriffe geliefert. Und das vielleicht in Teams gepackt.

Für mich ist das von der jetztigen Anzahl der Benutzer leider aber noch Zukunft. Das wäre aber eine Idee um Yacy irgendwann richtig zu pushen....
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Phiber » Mo Nov 24, 2008 4:30 pm

Bei BOINC-Projekten (also eigentlich die Hauptplattform für heutiges distributed Computing, aus Seti@Home heraus entstanden) spielen heutzutage die erreichten Punkte, welche man für erledigte Arbeit erhält eine grosse Rolle. Auch das ganze mit dne Teams bringt dem ganzen sicher einen gewaltigen Vorteil, da es einen virtuellen Wettbewerb erzeugt und so das ganze fördert. Nicht nur durch pure Rechenkraft sondern auch durch Förderung von Kleinprojekten (dort kann man schnell auch mal in die vorderen Ränge kommen) oder durch Hilfe und Unterstützung in Foren.

Aber auch andere Aspekte von Sozialen Netzwerken wären sicher eine gute Option für YaCy. Einerseits wären da mal die Bookmarks, welche man dort hineinbringen könnte. Dann natürlich eben auch all diese Crawlideen (weil irgendwann gehen einem einfach die Ideen aus :D) usw. welche "indirekt" sehr wertvoll für das YaCy Netzwerk sind, sie erhöhen die Diversifizierung des Indexs enorm.
Was mir noch als spannende Idee kam, bzw von jemanden von unserem Boinc-Team, war dass YaCy längerfristig sich nicht immer nur um das Sammeln von Daten kümmern sollte, sondern halt auch um deren Anzeige, Verwertung, Anbietung und Werbung. Im Moment ist die Idee, dass wer mit YaCy etwas suchen will soll auch einen eigenen Client laufen lassen. Was aber langfristig und bei richtiger Nutzung und Erfolg vielmehr der Fall sein sollte sind Seiten wie YaCy-Suche.de, usw. Der klassische Suchnutzer braucht nicht unbedingt einen Peer sondern sucht sich seine Lieblingsseite aus um Suchanfragen zu starten und halt die interessierten und engagierten Leute haben im Hintergrund die Peers dazu am laufen.

Auf was ich hinaus will: Gutes Konzept um die eigentliche Suchmaske ans Massenpublikum zu bringen. Dazu auch Social-Networking-Strategien nutzen und die Leute bzw Teams o.ä. involvieren.
Wir hatten eben mal bei uns einen starken Index mit vielen Schweizer aufzubauen und auch mit einem starken Server eine Schnittstelle zum Massenuser aufzubauen, als Eigenwerbung und Angebot für unsere Nutzer, wobei natürlich hauptsächlich aus Spass an YaCy.

Aber vielleicht sollte man sogar einen Schritt weitergehen und fragen: Wie sieht es eigentlich mit einer kommerziellen Nutzung von YaCy auf? Sagen wir ich würde mir jetzt 100 Root-Server kaufen und somit YaCy zum 2tgrössten Suchdienst nach Google aufbauen, natürlich kräftig mit Werbung usw, man will ja Gewinn sehen. Wie sieht es mit so etwas im Moment eigentlich aus, von der Lizenz und dem Copyright her?
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Low012 » Mo Nov 24, 2008 5:30 pm

Wenn jemand mit YaCy ein geschlossenes Netz von Servern aufbaut und mit dem "freeworld"-Netz nichts zu tun hat, bekommen wir es ja eventuell gar nicht mit, dass es sowas gibt. Die Person oder Firma nutzt dann die Software und so wie ich das verstanden habe, kann sie mit der Software auch machen was sie will, wenn sie die Software nicht weitergibt oder im Fall der Weitergabe (auch mit Änderungen) den Quellcode mit Copyrighthinweisen und der entsprechenden Lizenz auch weiter gibt. Es kann also jeder YaCy nehmen, Google2 bauen und noch ordentlich Werbung drauf packen. Auch wenn man so eine "Werbeplattform mit Suchfunktion" nicht toll findet, kann aber trotzdem noch was Gutes für YaCy rausspringen, wenn dadurch z.B. Bugs gefunden und reportet werden oder neue Ideen entwickelt werden. Wenn der Betreiber eines solchen Portals keinen Kontakt zum Projekt herstellt, hätte das aber in meinen Augen auch keine negativen Folgen, weil er ja nicht die Infrastruktur des freien Netzes nutzen würde.

Wenn ein Betreiber "freeworld" nutzt, sind, wenn ich mich richt erinnere, Schranken eingebaut, die bei zu vielen Anfragen von einem Peer in einer bestimmten Zeit irgendwann nichts mehr zurück liefern. Entweder ist das schon so oder es wurde nur diskutiert als Metager angefangen hat, "freeworld" einzubinden, könnte aber als Schutz eingebaut werden. Ein Betreiber würde dann dazu gezwungen, selbst mehrere öffentliche Peers aufzusetzen und die Suchanfragen durch verschiedene Peers ausführen zu lassen. Solange ein Betreiber seine Peers nicht manipulieren würde und selbst keine Anfragen beantworten würde, hätte YaCy also in meinen Augen auch gewonnen.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Orbiter » Do Nov 27, 2008 11:58 am

ich persönlich ab nichts gegen ein kommerzielles Nutzen von YaCy, im Gegenteil: das soll ja auch eine Alternative zu anderen kommerziellen Suchtechniken sein. Dabei denke ich nicht nur an Portale, sondern auch an Produkte wie FAST etc.

Zurück zum Topic: die Themen Wettbewerb und Teams sind sicherlich ein Teil des 'sharing'. Was mir aber durch den Kopf ging ist, dass man hier auch echte Wertschöpfung als Produkt der Teilnehmer als Teil der 'Wärung' sieht, denn (je nach dem wie man Währung definiert) Währung spiegelt ja die Leistungsfähigkeit der Gemeinschaft wieder. Also nicht nur fremde Informationen wieder-verwerten (durch indexieren) sondern neue Informationen schaffen. Einiges bei uns geht ja schon in diese Richtung:
- öffentliche Bookmarks
- öffentliche Blacklist
- öffentliche Empfehlungen
- öffentliches Ranking von Empfehlungen

weitere, noch nicht implementierte Funktionen
- Klassifizierung von Seiten nach DDC
- crawl-tags von ausgewählten Usern (einseitigen Buddies?) importieren

wenn man diese vertstreuten Funktion zusammen bündeln würde, und gemeinsam in einem Menüpunk 'Creation of Value' / 'Wertschöpfung' (besserer Vorschlag?) aufführen würde, könnte der User sehen das er hier kreativ werden kann. Das ganze kann man dann ja mit einem Rating versehen und so einen Wettbewerb erzeugen. Man könnte aber auch einfach das ganze sehr sinnvoll nutzen, wenn man beispielsweise damit eine automatisch wachsende Bookmarkliste bekommt (über einseitiges Verbinden) und dann eine Funktion 'neues aus meinem Netzwerk' ein Delta anzeigt.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon dulcedo » Do Dez 04, 2008 6:54 am

Die Idee mit dem Wettbewerb funktioniert tatsächlich sehr gut bei Anwendungen wie SETI, etc. weil dort wirklich nur die pure Rechenleistung zählt und die ja auch recht einfach zu bewerten ist.
Bei YaCy kann man durch URLs, RWIs und ein paar fetten Maschinen ziemlich schnell im "Ranking" steigen indem man täglich heise de crawlt, da reicht schon eine Tiefe von 4 und ruckzuck ist der Index im zweistelligen Millionenbereich.

Aber das ist doch nicht Sinn der Sache, ich stelle mir grade mit grausen vor wenn der Crawler mal in so ein "SEO" Adult-Netz gerät und die Blacklist nicht greift, damit macht man sich ganz schnell den Index kaputt und wems egal ist der lässt den Müll dann auch noch per DHT verteilen oder habt ihr da Schutzmechanismen?

Das ist ja bischen das Problem das ich am Konzept sehe, ODER aber ich habe irgendwas noch nicht ganz verstanden... ;-)

Wenn ich mir einen 10-mio Müllindex generiere, mit guter Hardware schaffe ich das in 4 Wochen, und den verteilen lasse "infiltriere" ich ja nach und nach das ganze Netz mit meinem Müll, falls wiegesagt die Blacklisten nicht greifen, oder sehe ich das falsch?
Das wäre dann nämlich YaCy gegen sich selbst eingesetzt, und grade die Adult-Webmaster sind ja zum Teil ziemliche Käpselchen was SEO angeht ^^

Jetzt bleib immer noch die Frage nach der "Währung". Klar die erste Wertschöpfung ist natürlich der Zugang zu, von anderen gesammelten, Daten im lokalen Index, aber das ist schwer in Zahlen auszudrücken.
Für Otto-Normaluser wäre ein ganz anderes Konzept interessant das hier vor einiger zeit schon einmal angesprochen wurde, Ein Grundnetz aus X mehr oder weniger ständig verfügbarer Peers, und das Usernetz aus Y beliebig vielen, kleinen Userpeers. Und die stelle ich mir so vor dass der User ausser einem kleinen schwarzen Kästchen im Intranet und ein Suchfeld im Browser plus API garnichts von YaCy mitbekommt. Lange Ladezeiten weil YacY auf der Arbeitsplatzmaschine läuft sind dann Geschichte, wenn das Gerät im Netz zu Tode indexiert kümmert mich das dann nicht, wird irgendwann mal nachgesehen wenn Zeit dafür... Läuft aber trotzdem (langsam) weiter!
Um die Installation/ Wartung kümmert sich ein Admin der die Geräte installiert, einstellt und möglichst wenig warten muss, der Benutzer kriegt vielleicht noch ein Crawl-Knöpfchen und seine zentralen Bookmarks, das wars.

Jetzt könnte man ein Ranking machen welches "Team" aus verteilten Boxen am meisten Nutzer (nicht Daten!) hat, denn dort verstecken sich wohl die interessantesten Links. Also das Ranking auf QPM und nicht PPM oder WPM aufbauen plus einer Art "sozialem" Koeffizienten der den tatsächlichen Nutzwert bestimmt ohne dass der Benutzer manuell ranken muss. Dann kämen wir dem Nutzwert der gesammelten Daten vielleicht näher, so war ja auch der Ansatz mit Googles Pagerank, is aber dort gründlich nach hinten losgegangen weil halb ausgegoren und mal wieder jemand von den SEOs schlauer war...

Und das System eines gemeinsamen automatischen "rankings" ist sicher nicht so leicht knackbar wie Googles Pagerank weil ja schon im Grundprinzip von YaCy verhindert wird dass der Index kontrolliert werden kann.
Bei Google brauche ich nur Ressourcen und paar gute Ideen und ich kriege jeden Müll nach oben im Ranking der sich da solange breitmacht bis jemand manuell eingreift.
Bei YaCy KANN niemand eingreifen also löst sich das Problem auf die zwischenmenschliche Art und Weise: Ich als Mensch sehe sofort ob mich da jemand verarschen will, das kann sogar Lieschen Müller, und durch meine/ihre Reaktion auf die präsentierten Ergebnisse kann man abschätzen wie wertvoll die Information für mich persönlich war, ohne dass ich ihm das explizit durch einen Klick z.b. sagen muss.

Ich bleibe mal dran an dem Gedanken, der Knackpunkt dürfte die Infrastruktur sein: wie bekomme ich einen schmalen Peer in eine spezialisierte Box mit eingeschränkten Ressourcen. Im Idealfall wird der an einen Switch gehängt, angeschaltet, macht einen Bootstrap von einem anderen YaCy-Peer und installiert sich nach Vorgaben. Dabei kann z.B. auch schonmal ein Grundstock an zu crawlenden Links und Blacklisten mitinstalliert werden, ganz toll wären natürlich vorinstallierbare Indizes, aber das widerspricht ja dem hash-prinzip.
Ähnliches Installationsprinzip wie diese ganzen NAS-Kisten für den Heimgebrauch und da setze ich grade an. Aber bring mal Yacy mit 32MB physikalischem RAM zum laufen ^^.
Daran müsste man noch feilen und sei es nur mit Spezialisierungen oder dem Faktor Zeit: Kistchen langweilt sich eh die meiste Zeit und kann währendessen auch ganz gemächlich crawlen oder verteilen.
Wie das aussieht einen 32MB-Client auf einen 1mio index loszulassen und ob das per swapping überhaupt sinnvoll machbar ist wird sich zeigen, die ersten Versuche klappen jedenfalls schonmal ganz vielversprechend.

Ein Open-Source Kästchen mit max 100€ Hardwarekosten und minimalem Wartungsaufwand wäre jedenfalls massentauglich und über die angesprochene Art "Wettbewerb" auch unter die Leute zu bringen, wer will installiert sich noch ein paar Gadgets dazu, aber ja keine Admin-Oberfläche für den Normaluser. Vom sehr aussichtsreichen Nutzwert ganz zu schweigen.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Huppi » Do Dez 04, 2008 10:51 am

Ein Open-Source Kästchen mit max 100€ Hardwarekosten und minimalem Wartungsaufwand wäre jedenfalls massentauglich und über die angesprochene Art "Wettbewerb" auch unter die Leute zu bringen, wer will installiert sich noch ein paar Gadgets dazu, aber ja keine Admin-Oberfläche für den Normaluser. Vom sehr aussichtsreichen Nutzwert ganz zu schweigen.


Ich finde die Idee auch spannend, aber aktuell muß man wohl 200 Euro ausgeben, um eine brauchbare Kiste für diesen Zweck zu bekommen. Mein Favorit ist momentan so etwas wie eine Eeebox.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon dulcedo » Do Dez 04, 2008 11:36 am

Klar, für die Atom-Platform ist es auch wesentlich einfacher aktuelle Module zu bekommen als für die etwas schwachbrüstigen ARMs, ich kämpfe hier immer noch mit ibm-java ...
Kennt da jemand eine vernünftige Alternative?

Das Optimum wäre tatsächlich ein Consumer NAS auf Atom-Basis, könnte mir vorstelle das dauert nicht mehr lange bis WD oder Buffalo da was bezahlbares anbieten.

Und grade WD ist ein Musterbild an Benutzerfreundlichkeit, wenn man erstmal den Mio-Net Müll runtergeschmissen hat. Der einzige Vorteil den das bietet ist dass es mit Java läuft und deswegen Java schon vorinstalliert.
Aber die Update-Funktion ist wie auf YaCy zugeschnitten, einfach eine feste Adresse die "firmware" hostet und alles was der Anwender einmal eintragen muss ist genau diese Adresse. Ansonsten kann er das Ding im Geiz-Markt kaufen, auspacken, anschliessen, Adresse eingeben, YaCy-Aufkleber drauf und fertig.

Und natürlich hat er alle Vorteile einer kleinen Linuxkiste im Netz incl. NAS
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » Do Feb 05, 2009 7:40 am

Auch wenn schon etwas älter, ein sehr interessantes Eingangspost.
Ich bin zufällig (über YaCy) auf diesen Satz und damit Artikel gestossen, ihn frech geshared und, für mein Empfinden, etwas prägnanter formuliert: 'Sharing is the currency of communities"
Ich hoffe das ist im Sinne des Urhebers in diesem Kontext, und eben danke für die interessante Sichtweise.

Einen sehr hohen Mehrwert sieht die stille Mitleserin und Anwenderin in einem "persönlichen Tag" das entweder schon beim Crawlen in die Datenbank mit einfliesst oder auch aus dem URL-Inhalt direkt ausgelesen wird.
Ich nutze das in der Praxis indem ich, wenn ich in Blogs oder Foren Fragen beantworten kann oder für mich sinnvolle Informationen finde, dieses Tag setze. Im besten Fall, falls Zugriff auf direktes html, auch unsichtbar.
In den (bisher) Google Suchergebnissen finde ich dieses Tag aber jederzeit wieder und kann somit Abfragen gezielt zu "meinen" Informationen herstellen.
Das geht natürlich auch bei YaCy, aber das eigene Tag in der Suchleiste konfiguriert und ein "eigener" Peer ist "cool", der Peer muss ja nicht unbedingt auch physikalisch ein Eigener sein.
Ausserdem gibt es immer noch viele rein statische Seiten mit hohem Informationsgehalt, dort ist persönliches Tagging in der Quelle natürlich nicht möglich und wäre ein klarer Pluspunkt für YaCy.

Aus diesem Tag kann man nun sehr gut auch die angesprochene Art "Wettbewerb" unter Benutzern realisieren, quasi eine art Abzeichen, wie in der Sprayer-Szene, der Ausdruck "Tag" ist dort nicht zufällig.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Orbiter » Do Feb 05, 2009 11:18 pm

itgrl, erstmal ein herzliches Willkommen hier!

ich hab dein Posting erst mal mindestens drei mal lesen müssen, bis bei mir ein riesiger Groschen gefallen ist und ich finde du hast hier einen 'missing link' im Konzept der Ideen rund um semantic web (man nennt es nun auch 'web3.0'), web2.0, und den Gewohnheiten der Webnutzer und meinen Thesen im Eingangsposting zum 'Verbinden & Vergleichen' gebracht.

Kleiner Einschub: ich bin ja nun auch Berater im Suchmaschinenbereich, und immer wieder sehe ich Konzepte zum Content-Tagging, wo ich immer sage das es zwar ein Ideal ist, aber ja doch niemand macht. Die Suchmaschinenleute würden sich bei solcherart strukturierten Daten sehr freuen, Tagging würde die Suche viel intelligenter machen können.

Nun beschreibst du ein Verfahren, um deine eigenen Postings im Web wiederfinden zu können, und es ist eine Art Tagging. Tatsächlich machen das viele Leute eher unbewusst, beispielsweise durch Signatures. In der Tat hast du die Formel 'Sharing is the currency of communities' selber schon als Signature verwendet. Ich versuche hier also nun zu verallgemeinern und denke mir: es ist nicht nur 'Verbinden & Vergleichen', sondern es geht auch darum 'Spuren' zu hinterlassen. Ich versuche das mal als englische Begriffe zu formulieren: 'Connect, Compare, Trails'. Die Tags sind die Trails, wenn man Connect & Trails verbindet, und das sind im Web schlicht links, bzw. Zitierungen. Wenn du ein Posting gemacht hast, und jemand zitiert dies woanders, hast du nicht nur ein Trail gesetzt, sondern auch ein Connect bekommen. Oder mit anderen Worten: wenn man das Konzept des 'Connect' erfassen will, muss man die 'Trails' verstehen. Wenn aber jemand, der ein Trail hinterlassen hat, ein Link zu einem andern Trail macht, so ergibt sich ein 'Connect'. Und diese sind zuhauf im Web! Niemand erfasst die Connect zwischen den Trails!

An dieser Stelle bin ich sehr begeistert, denn das zeigt eine Baustelle, an der wir arbeiten können: wir können die Connects erfassen, indem wir die Trails verstehen. Trails müssten aber erst erfasst werden, indem Leute sie deklarienen. Etwas expliziter als du das machst:
Code: Alles auswählen
itgrl -> 'Verbinden & Vergleichen'

Implizit geht es auch, denn es gilt:
Code: Alles auswählen
<nick> -> '<nick>'

denn viele nutzen ein charakteristischen Nick, um ein Trail zu hinterlassen. Das macht es eigentlich sehr einfach, aber auch sehr schwer, denn man müsste wissen wie man ein Wort von einem Nick unterscheidet. Das ist nicht einfach, man könnte jetzt in unserem Projekt einfach sagen, ein Nick ist wie ein Peer-Namen in YaCy, aber das wäre zu speziell. Man müsste Nicks registrieren in einer Suche, und das eben nicht wenn man eine persönliche Suche hat, aber das schreibst du ja schon.

Was jetzt noch fehlen würde, wäre das Tagging im Sinne einer Annotation. Wenn du zu den Postings, die du durch deinen Trail markierst, auch noch ein Attribut setzen möchtest, das bezeichnet warum du das Posting wiederfinden möchtest, wäre das Attribut eben die Annotation im Sinne des Tagging der Semantic Web Leute. Mal ein Beispiel: angenommen du antwortest in einem Forum ein Posting mit
lol
------------
'Sharing is the currency of communities'

Dann hättest du dort ein gebräuchliches meme zum annotieren benutzt, und gleichzeitig ein Trail hinterlassen. So oder ähnlich sind tatsächlich die Gewohnheiten im Web! D.h. die im semantic web lange geforderten Annotationen im Kontext einer Ontologie(im Sinne einer Systematik grundlegender Typen von Entitäten) existieren schon länger als Menge der memes. Eine schöne Übersicht über mögliche memes sieht man hier:
http://www.dipity.com/user/tatercakes/t ... rnet_Memes
Möglicherweise wäre aber auch eine stark abstrakte Annotation besser, beispielweise solche Kategorien wie lol (lustiges), l33d (lässiges), geek (professionelles) u.s.w.

Aber wie bringt man ein Annotation (wie oben das 'lol') ganz konkret in einen Zusammenhang mit deinem Trail, so dass eine Suchmaschine den Zusammenhang verstehen kann? Das wäre der Schlüssel, dann hätte wir tatsächlich das Semantic Web und eine Semantic Web Suchmaschine, die jeder braucht, und niemand hat.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » Fr Feb 06, 2009 10:49 am

Aber wie bringt man ein Annotation (wie oben das 'lol') ganz konkret in einen Zusammenhang mit deinem Trail, so dass eine Suchmaschine den Zusammenhang verstehen kann? Das wäre der Schlüssel, dann hätte wir tatsächlich das Semantic Web und eine Semantic Web Suchmaschine, die jeder braucht, und niemand hat.


Ich fange mit der Frage mal an, weil wirklich hochkomplexes Thema, nochmal ein praktisches Beispiel:
Nehmen wir an du folgst dem tag 'itrgl', dann stösst du natürlich auf Trails von mir zum Thema Technik weil das eine Eigenschaft meines Avatars im Netz ist. Genausogut könnte das auch 'cookgrl' sein wenn ich Kartoffelrezepte suche/verteile ohne dabei jedesmal 95% Technikseiten wegklicken zu müssen. Einfacher mache ich das aber mit der Avatar-Eigenschaft "Rolle" und dem Wert Hausfrau.
Das Tag oder der Nick "itgrl" muss ja nicht unbedingt NUR mit Technik zu tun haben, mein Avatar kann nämlich über die Chipsache zufällig zu den Kartoffelfreunden geraten sein und diesen Nick dort dann normalerweise auch nicht ändern.
Aber er kann seinem Gesamtavatar sagen dass die Kartoffelfreunde nun auch mit dem Nick itgrl aber NICHTS mit den Technik-Themen zu tun haben. Mein Avatar also eine neue Eigenschaft bekommen.

Wie kann die SuMa das nun auch nachvollziehen? Sie muss natürlich zuerstmal wissen was ich suche aber das beinflusse ich ja alleine schon durch das Avatar selbst, also "mich" und weitergehend durch seine Eigenschaften. Für mich als Mensch nun absolut klar nachvollziehbar dass ein Rezept für knusprige Bratkartoffeln wohl irgendwie nicht passend zur Eigenschaft "Technikerin" ist, obwohl es sein könnte (Eigenschaft Hunger) aber dann suche ich auch nach Bratkartoffeln und nicht nach Chips.
Müsste es aber doch durch eine Maschine auch sein? Nur anhand meiner Spuren, die ich natürlich schon hinterlassen MUSS und ihnen auch Eigenschaften geben, sonst funktioniert das Konzept nicht. Es reicht natürlich auch ein Nick, aber je mehr Eigenschaften ich dem Avatar gebe um so präziser hinterher meine Trails.

Die Spuren werden schon hinterlassen, zuhauf, nur ist die schöne weisse Wand am Hauptbahnhof irgendwann vollgesprayt und auch mit kreativen Tags erreiche ich dann kein Publikum mehr. Bis zu einem gewissen Grad reicht Kreativität, aber das dürfte bald an Grenzen stossen.
Sind keine Spuren möglich, statische Inhalte, dann muss ich diese Spuren sowieso bei der Suma hinterlassen die Suma selbst zum Teil der Inhalte machen. Dort informationen hinterlegen können, aber ICH, nicht Google/etc. für mich.
Web2 ist ja nix anderes: Informationen zugänglich machen, mit der Möglichkeit der Kommentiereung bis hin zu Löschung. Über Löschung müssen wir nicht diskutieren, Speicher ist die am wenigsten knappste Resource, also keine Ausrede für Zensoren. Aber die Möglichkeit zur Hinterlegung eigener Informationen muss verbessert werden, Suma als Teil des Inhalts.

Was jetzt noch fehlen würde, wäre das Tagging im Sinne einer Annotation. Wenn du zu den Postings, die du durch deinen Trail markierst, auch noch ein Attribut setzen möchtest, das bezeichnet warum du das Posting wiederfinden möchtest, wäre das Attribut eben die Annotation im Sinne des Tagging der Semantic Web Leute. Mal ein Beispiel: angenommen du antwortest in einem Forum ein Posting mit
lol
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'Sharing is the currency of communities'

Dann hättest du dort ein gebräuchliches meme zum annotieren benutzt, und gleichzeitig ein Trail hinterlassen. So oder ähnlich sind tatsächlich die Gewohnheiten im Web

Diese Unsitte ist ja leider sehr verbreitet und sollte halt für den normalen Benutzer unsichtbar bleiben, in Blogs z.b. realisiert man das ja durch Track/Pingbacks, aber das auch schon wieder viel zu komplizierte Technologie.
Tag setzen so wie ich eben ein "lol" fallen lasse, mache ich auch gern, aber schon eine Krankheit. Was sinnvolles dazuschreiben ohne nur einen Link fallenzulassen, das ist sharing, solange mein trail unsichtbar verfolgbar ist. Wenn ich will natürlich!
Witzchen auch ok aber die finde ich schon, trails...

Wie umsetzen?
Ich denke ein Ansatz wäre eben wenn man YaCy mit der Nase draufstösst: hier mein Avatar, das sind seine Eigenschaften, ich verteile die wenn ich Lust habe, sortier du mir die Trails bitte sauber ein und bereite sie mir bei Bedarf hübsch auf, aber auf jeden Fall merk sie dir! Machen das viele dann kann ich erstens auch deren Trails folgen, die kreuzen ja meine oder laufen paralell, oder im besten Fall verknüpft mir YaCY mein 'lol' mit dem Betrag gestern zur optimalen Temperatur von Bratkartoffeln und der Frage vorhin was braune Flecken auf dem RAM-Modul bedeuten.
Kling nett aber dürfte ja dann eigentlich nicht unmöglich sein: Avatar, Eigenschaft, Datum, Suchbegriff.
Den Avatar selbst interessiert natürlich auch der Bratkartoffeltrail und umgekehrt, zwecks Verfolgung fremder Trails. Wenn ich nur Speicherchips suche dann lass ich eben 'itgrl' mit der Rolle 'technikerin' suchen und nicht den ganzen Avatar.

Es wird also nicht für jede Art der Informationssuche/dokumentation ein eigener Avatar benutzt sondern lediglich eine oder mehrere seiner Eigenschaften.

Dass der Ansatz funktioniert sehe ich im praktischen Umgang mit Kids, eine YaCY-Bar mit einem öffenlich benutzbaren Peer: der Comic interessiert, da schreibt dann auch ein 6-jähriger 'lol' und klickt auf 'merken' (was dann passiert interessiert den die Bohne, warum sollte es auch).
Im Moment ist das "sein" Peer, aber mit ein bischen Intelligenz von Seiten YaCys und Hilfe in Form der Eigenschaften "mutter" und "sohn" dürfte doch aber auch YaCy erkennen dass er grade sucht oder es um meine bzw. seine Trails geht. Dann ist der Peer schonmal für zwei unter dem Avatar "Familie" sinnvoll nutzbar. Wenn ich "mutter" und "sohn" sinnvoll verknüpfe.
Oder eben meine Lieblingsautoren zu bestimmten Themen, uneingeschränkt mein Avatar, bekomme ich dann sehr gut vorselektiertes Material für mindesten 4 Wochen Urlaub.
Nun eben die Community Famile vergrössern, dazu muss das 'fast-search' aber leider gut vorgekaut häppchenweise serviert werden, nach Möglichkeit mit Öse damit man was blinkendes dranhängen kann.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » Di Mai 19, 2009 2:47 pm

Orbiter hat geschrieben:Was jetzt noch fehlen würde, wäre das Tagging im Sinne einer Annotation. Wenn du zu den Postings, die du durch deinen Trail markierst, auch noch ein Attribut setzen möchtest, das bezeichnet warum du das Posting wiederfinden möchtest, wäre das Attribut eben die Annotation im Sinne des Tagging der Semantic Web Leute.

Ich werte schon seit einiger Zeit die angesprochenen Daten aus, kombiniert mit deinen Überlegungen zu Trails und Avataren könnte das eine interessante Erweiterung, nicht nur meiner Softened Whitelist sonder auch für die semantische Suche ergeben. Dazu brauche ich aber mehr Informationen als nur das reine Tag/Trail, nur die Annotation reicht auch nicht, ich brauche das reduzierter ohne Nuancen, die kann ich wieder über die Community bilden. YaCy hat das Problem zu verstehen was ich mit lol oder wtf meine, das muss es aber nicht verstehen, es reicht der Bezug zu meinem Avatar, den setze ich durch das schreiben. Klappt prima!.

Das geht allerdings nur bei dynamischen Inhalten, in statische Seiten kann ich nicht eingreifen um meine Spuren zu hinterlassen also muss ich es innerhalb des Index tun. Statische Seiten deshalb weil ich auch die durch YaCy bewerten lassen will sonst wäre die Whitelist wieder starr. Dafür sind Referenzen zu mir bekannten Avataren schon sehr viel Information.
Man müsste nun in der Datenstruktur der gesammelten URLs einen Platz haben um solche Referenzen auf einen oder mehrere Peers abzulegen wo dann weitergehende Informationen zu dieser URL zu finden sind. Informationen die nicht jeder Peer vorhalten muss.
Findet die Suche so eine URL könnte sie beim validate die Zusatzinformationen abfragen. Dann hätte ich meinen Trail im Index und muss ihn nicht im Web setzen, grob von mir angedacht.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon Orbiter » Mi Mai 20, 2009 1:50 pm

itgrl hat geschrieben:Man müsste nun in der Datenstruktur der gesammelten URLs einen Platz haben um solche Referenzen auf einen oder mehrere Peers abzulegen wo dann weitergehende Informationen zu dieser URL zu finden sind.

Ich muss zugeben dass ich das nicht ganz verstanden habe. Das ganze Thema wird irgendwie immer komplexer. Ich habe hier aber den Verdacht, dass die 'weitergehenden Informationen' sowas wie Navigatoren sein könnten? Einen Navigator kann man nur über einen extra Index realisieren, da bin ich gerade dran. Navigatoren funktionieren teilweise über die Vorgabe von Dictionaries. In der Anwendung wäre das so, dass du deine cytags in einer persönlichen Navigations-Dictionary ablegst, und die cytags dann beim Indexieren erfasst werden. Als Ergebnis würdest du bei einer Websuche dann in einer Randspalte den Navigator sehen, das wäre eine Liste der häufigsten cytags die durch die Suche angetroffen wurden, und ein Klick auf den cytag-Navigator würde dann das Suchergebnis einschränken auf die Dokumente, die deinen cytag beinhalten. Ist das die Richtung die du oben vorschlägst?
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon apfelmaennchen » Mi Mai 20, 2009 3:54 pm

Also ich baue im Rahmen des neuen Bookmark-Konzepts an der Möglichkeit für Annotations. Im Prinzip ein spezieller URL-Index, der Metadaten aller Art aufnimmt.
Aller Art beschreibt eben die klassischen Annotations wie z.B. "Comments", aber eben auch automatische Annotations direkt durch YaCy - z.B. "CrawlStart", "AutoReCrawl", "Bookmark", "Voting", "HitCount" etc. wie man es heute teilweise schon bei den Surftipps sehen kann.

Mir schien es sinnvoll, diese Metadaten vom Hauptindex getrennt zu sammeln, da sie ggf. Nutzerbezogen sind und deshalb nicht in die ganze Welt verteilt werden sollten. CyTags ließen sich hier problemlos integrieren, man müsste den Indexierer nur bitten, einen entsprechenden Eintrag zu veranlassen.

Gruß!
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » Do Mai 21, 2009 11:42 am

Orbiter ich glaube ich brauche garnich so viel wie du beschreibst aber du siehst es wohl abstrakter. Es geht eher in die Richtung von Apfelmännchen, einfach mal praktisch:
Eine Gruppe von Benutzern nutzt Yacy oder Proxys und surft wie gewohnt. Die Peers nicht in einem eigenen Netz, das ist nur entfernt zusammenhängend, sondern mit allen anderen Peers im freenet. Nun kann dem Benutzer irgendendetwas an einer Seite auffallen die sie interessant macht. Diese Information ergänze ich oder verlinke sie einfach nur, bei dynamischen Seiten direkt dort, dann weiss Yacy über mein Avatar/Tag dass ich dort aktiv schreibend und natürlich auch lesend war.
Wenn ich nun sowas zu einer statischen Seite speichern möchte muss ich das meinem Yacy mitteilen, auf die URL bezogen. Dazu reicht es völlig das auf meinem Peer zu speichern, ich muss es nur schnell finden, wenn irgendwo im Netzwerk diese URL gefunden wird. (->problem eine url auf mehreren peers?) .
Damit möchte ich meine URL-Bewertung durch YaCy realisieren, zusätzlich zu Whitelisten kann YaCy dann vielleicht sagen was er von der Seite hält. Ist ja laut Definition er selbst, der Cyberspace. Mal sehen...

Ich bin ziemlich sicher am ersten und recht sicher am zweiten Tag in Berlin (Di, Mi?), da sollten wir uns zumindest zu dritt mal zusammen setzen, ob das so überhaupt machbar und wie am besten, ich bin aber recht zuversichtlich. Die Menge an Daten die man problemlos und vorallem für alle Beteiligten 'safe' sammeln kann ist enorm!
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » So Mai 31, 2009 6:26 am

"sharing is the currency of communities'
Ich mag nochmal den Unterschied zwischen deinem Zitat im Titel und meiner Abwandlung herausstellen, das ist für mich das Kernthema um die Anwendung von YaCy.

Network ist nicht nur das Datennetz Internet sondern eine Gruppe von Menschen die ganz allgemein Interessen teilen und sich organisieren um die Arbeit die für das gemeinsame Interesse zu verrichten ist besser verrichten zu können. Nun kommt Geld ins Spiel, zuerst weil die Organisation der Arbeitsverteilung Transport bedarf. Arbeit die hier erledigt wird und woanders gebraucht wird muss irgendwie übertragen werden, man baut etwas und transportiert es. Mehr Geld wird eigentlich nicht benötigt, Kapital allerdings schon. Im Internet schubse ich mein Auto an und wenn frei kommt es irgendwann am Ziel an, ohne dass ich weiter dafür arbeiten muss. Geld muss ich für den Transportweg bezahlen, das kann ich aber unter Kapital abhaken wenn ich den Transportweg sowieso brauche; Ich selbst habe keine echten Betriebskosten. Kaufmänner bitte Verzeihung, ich mache es mir einfach, komplizert genug.
Die Idee hatten natürlich schon eine Menge andere Leute, konnte man auch bis vor ein paar Jahren um die Ecke live erleben, in den Systemen ist das aber grandios gescheitert weil der Faktor Transport ignoriert worden ist. Der Schnitzer im Erzgebirge kann seine Güter nicht essen und nur schwer Häuser damit bauen, der etwas weniger arme Russe hat genug 'Weizen und kein Holz aber ganz woanders.
Wenn ich mit YaCy nun eine ideale Transportmöglichkeit habe die nur mit festem Kapital ohne zusätzliche Kosten funktioniert dann kann ich Arbeit die sowieso zu verrichten ist oder nicht benötigt wird 'kostenlos' dorthin befördern wo sie gebraucht wird. Direkt ohne die Umwandlung in Güter. Das gabs´meines Wissens in der Art noch nicht, im grösseren Rahmen.
Warum braucht man nun aber eine Währung wenn man in so einem Netzwerk kein Geld benötigt?
Das liegt am falschen Gebrauch des Begriffs Community. MySpace und Co. bezeichnen sich als Communitiy, meinen aber nicht Gemeinschaft sondern Gesellschaft. Beides hat das gleiche Ziel einen Nutzen aus der Zusammenarbeit zu ziehen. In einer Gemeinschaft zählt aber der Wille dabei zu sein, in einer Gesellschaft ist die Mitgliedschaft Mittel zum Zweck.
Jetzt YaCy in der Praxis, warum gibts nur so wenig Leute die diese Software dauerhaft betreiben?
Es fehlt der gesellschaftliche Anreiz, der Gemeinschaftliche reicht nicht.
Dazu braucht man dann die Währung und die ist bei YaCy tatsächlich das Teilen selber, ich verdiene mir Vorteile indem ich andern Vorteile verschaffe. Durch Bereitstellung der Ressource Arbeit. Ich mache Dinge die ich sowieso mache, notiere sie wie ich es sowieso auch tue, aber hänge den Zettel draussen an die Tür. YaCy weiss wo das ist und transportiert bei Bedarf, organisiert den Transport genauer gesagt..

Wenn man das den Leuten erklärt ist es eigentlich einleuchtend, erklären geht gut über Wettbewerbe, das war hier irgendwo auch angesprochen. Und für Wettbewerbe braucht man Belohnungen die einen Wert haben. Also Geld und Währung die aber erst durch die Belohnung einen Wert erhalten! Die Gemeinschaft YaCy bestimmt ihn, das kann wieder Geld im herkömmlichen Sinn sein, es kann aber auch der Wert der für sich selbst verrichteten Arbeit sein!
Mit der Tatsache im Kopf entfällt dieser automatische Egoismus: Meins! Es hat mir zwar schon Vorteile gebracht aber egal, meins! Und es fällt viel leichter sich zu integrieren, anderen die für sich selbst gelestete Arbeit bereitzustellen und damit natürlich auch Nachteile in Kauf zu nehmen. Im Moment muss man investieren, je mehr investieren umso weniger muss es der Einzelne. Weil mehr investieren als andere bringt keine Vorteile. Die in der Schule anerzogene Abwehr gegen dieses Teilen, zumindest nach der eigenen Verwertung, die kann man ganz einfach überwinden indem man die Kleinen teilen lässt, merken sie sofort dass das nur Vorteile hat. Uns Grossen muss man es einhämmern.
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon apfelmaennchen » So Mai 31, 2009 8:15 am

Ich zitiere mal die Wikipedia:

Eine Währung (von mittelhochdt.: werunge = Gewährleistung) ist im weit gefassten Sinne die Verfassung und Ordnung des gesamten Geldwesens eines Staates [1], welche insbesondere die Festlegung des Münz- und Notensystems innerhalb des Währungsraums betrifft. Der Währungsraum ist dabei der Geltungsbereich einer Währung. Sie ermöglicht den Transfer von Waren und Dienstleistungen. Häufig wird der Begriff Währung synonym für die vom Staat anerkannte Geldart verwendet. Währung ist daher eine Unterform des Geldes.


Staat = YaCy Community
Währungsraum = z.B. "freeworld"

Geld, ahd. gelt – Zahlung, Vergütung, ist ein Zwischentauschmittel, das sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Anerkennung zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann.


In der ökonomischen Theorie versteht man unter dem Nutzen das Maß für die Fähigkeit eines Gutes oder einer Gütergruppe, die Bedürfnisse eines wirtschaftlichen Akteurs (z. B. eines Privathaushalts) zu befriedigen. Allgemein ist Nutzen eine Vergrößerung des Wertevorrats oder eine Minderung des Werteverlustes. Und je nachdem, ob es sich dabei um äußere oder innere Werte handelt, lässt sich ein äußerer von einem inneren Nutzen unterscheiden.[1] Nutzen ist ein Maß für Zufriedenheit und Glück. Ist der Nutzen eines Gutes oder einer Verhaltensweise aufgrund von Unsicherheit nicht exakt zu quantifizieren, so spricht man vom Erwartungsnutzen. Dem Nutzen stehen die Kosten entgegen. Die Differenz zwischen Nutzen und Kosten wird auch als Nettonutzen bezeichnet.


Ich bleibe bei meiner an anderer Stelle im Forum geäußerten Haltung, YaCy muss für den Anwender sichtbaren und spürbaren Nutzen stiften. Sicher, für einige mag dieser Nutzen in einer Top-10 Positionierung in einer Rangliste bestehen (Nutzen = Maß für Zufriedenheit und Glück), für andere mag Nutzen eben ein gutes, unzensiertes Suchergebnis oder eine zentrale Bookmarkverwaltung sein (Nutzen = Vergrößerung des Wertevorrats...).

Jetzt ist der Begriff "Sharing" (Teilen) für ein Währung ein wenig zu abstrakt. Ein Stück Papier ist ja noch kein Geld! Im Sinne von YaCy ist es ja so, dass z.B. das durch meinen Peer gelieferte Suchergebnis, einen echten Mehrwert im Zusammenhang mit den Suchergebnissen der anderen Peers stiftet. Würde ich jetzt in dem Maß, wie ich Suchtreffer liefere ein Recht erwerben selbst Suchergebnisse abrufen zu dürfen, habe ich eine Währung/Zwischentauschmittel (eMule z.B. bevorzugt im Download Peers mit hohem Upload, ein echtes Tauschgeschäft für höheren eigenen Nutzen). Ähnlich verhält es sich heute schon bei YaCy mit DHT und der Beschränkung der globalen Suche, hier "kaufe" ich mir mit Plattenplatz, Bandbreite und Stromkosten das Recht zur globalen Suche...umgekehrt liefert mein Peer nur Treffer an Peers aus, die den selben Einsatz bringen (=Tauschgeschäft).

Die Währung alleine wird uns also keine zusätzlichen Community-Mitglieder bringen, aber ein Nutzen wird meist als größer empfunden, wenn er nich umsonst ist ;-)
Dazu muss der empfundene Nutzen beim User aber z.B. größer sein bzw. der "Preis" günstiger sein als bei der Konkurrenz! Leider bemerken viele User nicht, welchen Preis sie z.B. bei G..gle bezahlen! Da wir den Preiskrieg nicht gewinnen können, sollten wir uns wie bisher auf die Stiftung "größeren Nutzen" konzentrieren.

Gruß!
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon apfelmaennchen » So Mai 31, 2009 9:35 am

orbiter hat geschrieben:wenn man diese vertstreuten Funktion zusammen bündeln würde, und gemeinsam in einem Menüpunk 'Creation of Value' / 'Wertschöpfung' (besserer Vorschlag?) aufführen würde, könnte der User sehen das er hier kreativ werden kann. Das ganze kann man dann ja mit einem Rating versehen und so einen Wettbewerb erzeugen. Man könnte aber auch einfach das ganze sehr sinnvoll nutzen, wenn man beispielsweise damit eine automatisch wachsende Bookmarkliste bekommt (über einseitiges Verbinden) und dann eine Funktion 'neues aus meinem Netzwerk' ein Delta anzeigt.


Jop, genau daran arbeite ich....deshalb sieht und hört man von den neuen Bookmarks so wenig, weil ich ja eben nicht nur die DB auf BLObHeap umstellen möchte.
Wettbewerb brauche ich allerdings keinen....vielmehr bin ich am Herstellen von "Verbindungen" interessiert. Die Verbindung aus Index, Surftipps, Blacklists, Bookmarks, Tags, Topics (z.B. gem. DDC) und der Möglichkeit für Annotations würden dann eine Art persönliches Profil ergeben. Damit gehe ich dann auf die Suche nach Ähnlichem und erweitere so meinen Horizont. Suchen in der Zukunft wird ja weit mehr sein, als einen Begriff in eine Eingabebox einzutippen...ich möchte ja, dass YaCy (yet another cyber space) für mich sucht.

Gruß!
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Re: 'sharing' is the 'community currency' of social networks

Beitragvon itgrl » So Mai 31, 2009 3:02 pm

Ich definiere Währung ein bischen anders, eine Form des Geldes und damit direktes Mass für die geleistete Arbeit.
Also auch eine andere Form der Arbeit, ein Gut. Aber nicht direkt handelbar, wie die Arbeit selbst auch. Deswegen nun auch nicht mehr räumlich beschränkt, wenn sich die Arbeit ohne Umwandlung transportieren lässt. Das ist das neue das mich fasziniert.

Wichtiger ist aber dass YaCy es jedem ermöglicht zu wirtschaften, ohne Qualifikation. Diese Möglichkeit bietet das Internet alleine auch aber wenn ich eine Seite baue um etwas zu verkaufen dann ist die Befridigung eher gering wenn ich sie nur online stelle. Ich freue mich zwar kurz über meine Ideen und die Produktpräsentation aber leben kann ich von der Freude nicht, ich brauche Kunden. Bei Yacy brauche ich keine Kunden ich arbeite für mich, und habe persönlichen Nutzen.

Möchte ich mehr als persönlich wirtschaften kann ich das natürlich, die Youtube-Schiene: ich bastle mir ein Video und gute Musik, werde durch die Gemeinschaft meiner Fans bekannt und meine Arbeit wertvoll. Singe ich aber schrecklich oder mein Video ist grottenschlecht dann ernte ich wohl Spott, im besten Fall einfach kein Feedback. Äusserst selten kommt Smudo vorbei, hat gute Laune und zeigt mir wie ich richtig singe.
Bei Yacy erwirtschafte ich andere Lösungen wenn ich schlechte Leistungen abliefere, die falsche Lösung dürfte schnell gefunden und andere Lösungen dagegen gestellt werden. Bei Youtube klaut jemand meine Idee macht sie besser und wird damit berühmt.
Das kann weder Google noch Youtube, auch bei Misserfolg sehr wahrscheinlich Nutzen bringen, wir haben definitiv das bessere Produkt. Bei den geringen Investitionen die nötig sind kaufe ich das obwohl das andere kostenlos und leistungsfähiger ist, bei Erfolg.
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