Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Themen aus Kultur und Politik zur Informationsfreiheit

Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon Orbiter » Sa Mai 31, 2014 11:13 pm

Das EuGH Urteil zum Recht auf Löschung von personenbezogenen Daten in Suchmaschinen betrifft nicht nur Google sondern alle Suchportalbetreiber. Das bringt nun YaCy tatsächlich in unser 'Panorama'-Bereich hinein, denn wir werden inzwischen als Gestalter im Bereich Informationsfreiheit genannt:

https://twitter.com/Boomel/status/472736642747596800 hat geschrieben:@GoogleDE ist nun eine Depublikationsmaschine. Alternativen wie das dezentrale #YaCy hören sich gut an http://yacy.net/de/index.html


Irgendwann in der Vergangenheit sagte ich mal 'was wir machen sollte immer legal sein'. Das 'wir' bezieht sich auf 'uns als Softwarehersteller', aber die Frage kann sich ja auch jeder YaCy-Nutzer und -Portalbetreiber stellen. D.h. hier muss früher oder später die Frage auftauchen, ob wir nun auch ein 'Löschformular' anbieten sollen/müssen.

Ich schlage dazu vor, so etwas als per-default nicht eingeschaltete Option einzubauen. Das soll für den YaCy-Betreiber möglichst einfach zu warten sein, d.h. er muss nichts tun. Wer als YaCy-Portalnutzer (nicht der admin) eine Seite löschen will, soll da in ein Webformular rein schreiben:
- Name
- URL
.. und dann wird geprüft ob der Name auf der Seite vorkommt und dann wird die Seite ggf. einfach gelöscht. Naja, ist die einfachste Zensurschnittstelle die man sich vorstellen kann.

Ich vermute folgendes passiert:
- aktiviert keiner
- falls es aktiviert wird, benutzt es keiner
- falls es massiv benutzt wird, merkt jeder was für ein Mist dieses Urteil ist.

Oder wie sollen wir hier vorgehen?
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Re: Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon sixcooler » Mo Jun 02, 2014 12:34 am

Als aktivierbare Option scheint mir einen gute Art zu sein damit umzugehen.
Wie sollte man dann als Betreiber vorgehen?
Ich meine wie kann man überprüfen das der, der einen Auffordert etwas zu löschen, auch anrecht darauf hat weil geschädigt ist?
Wohlmöglich kommt der Kram dann ratzfatz via dht in den Peer - man bräuchte wohl eine Möglichkeit eine Seite zu löschen und gleich einen Filter zu setzen - oder?
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Re: Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon Orbiter » Mo Jun 02, 2014 12:56 am

sixcooler hat geschrieben:wie kann man überprüfen das der, der einen Auffordert etwas zu löschen, auch anrecht darauf hat weil geschädigt ist?

gar nicht :? :P
Ich würde eine Zeitsperre für eine IP drüber legen, so dass man das nicht scripten kann. So etwa: 1 URL pro 24h von der gleichen IP ist 'erlaubt'.
sixcooler hat geschrieben:Wohlmöglich kommt der Kram dann ratzfatz via dht in den Peer - man bräuchte wohl eine Möglichkeit eine Seite zu löschen und gleich einen Filter zu setzen - oder?

genau.

Allerdings schwebt mir noch folgendes vor: eine Veröffentlichung (!) der Sperrliste :D :D :D - wer soll mir verbieten Links zu setzen? Sind ja nicht in einem Suchergebnis. Oder darf ich als Suchmaschinenbetreiber nie wieder Links setzen zu Seiten die existieren? Das würde die Option bieten, gesperrte URLs per API abzurufen. Ich vermute das wäre 'nur' absurd aber nicht illegal. Wie kann man so eine These überprüfen?
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Re: Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon Orbiter » Fr Jun 06, 2014 12:15 pm

Hab jetzt das hier gefunden:
http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Gesellschaft/Google-beginnt-zu-loeschen hat geschrieben:Nichtkommerzielle Suchmaschinenbetreiber wie Metager sind von dem Urteil nicht betroffen.
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Re: Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon Drapper » Fr Jun 06, 2014 12:48 pm

Damit ist die Sache zum Glück ja Gelöst. :D

Orbiter hat geschrieben:Hab jetzt das hier gefunden:
http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Gesellschaft/Google-beginnt-zu-loeschen hat geschrieben:Nichtkommerzielle Suchmaschinenbetreiber wie Metager sind von dem Urteil nicht betroffen.

Yacy ist eine Nichtkommerzielle Suchmaschine und daher nicht Betroffen. :D

Diese, von der Gemeinschaft der Nutzer betriebene Suchmaschine ist nicht zensierbar und speichert auch kein Nutzerverhalten an zentraler Stelle.

Hatte schon Angst bekommen, wenn nun auch bei Yacy über Zensur nachgedacht würde - dass würde mit nicht Gefallen.


:)
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Re: Umsetzung des #EuGH Urteils in YaCy

Beitragvon Quix0r » Di Jun 17, 2014 8:56 am

Wieso kann der jenige Nutzer nicht zum Webseiten-Webmaster direkt hingehen, wo ja sein Name steht, anstelle zum Suchmaschinenbetreieber?

Ist das #EuGH-Urteil ein erster Schritt in Richtung "Censorship Made In Europe"?

Nur so ein paar wchtige Fragen ...
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