Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

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Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

Beitragvon Low012 » Mi Sep 17, 2014 9:37 am

Ein offenes Ranking war ja von Anfang an einer der Punkte, weshalb YaCy geschaffen wurde.

http://www.golem.de/news/wettbewerbsverfahren-justizminister-maas-will-an-googles-algorithmus-1409-109285.html
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Re: Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

Beitragvon Orbiter » Mi Sep 17, 2014 10:12 am

äh, sehe nur ich
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hält einen Einblick in den Suchalgorithmus von Google zur Kontrolle des Wettbewerbs für erforderlich

und
Eine Zerschlagung des Konzerns könne aber nur das "letzte Mittel" sein.

als völlig lächerlich an? Ein amerikanischer Konzern will sich doch nicht von einem deutschen Minister zerschlagen lassen und das Geheimnis, nach dem alle SEO mit großem Aufwand suchen entreissen lassen?

Ich glaube der Maas will nur einen falschen Eindruck machen dass er da Ambitionen hat. Eine Zerschlagung von Google durch einen deutschen Minister wird niemals passieren. Genau weil diese Politiker solche idiotischen Dinge machen wird überhaupt nichts passieren hier.

Inzwischen weiss jeder, der sich mit Suchmaschinenalternativen beschäftigt welche Position wir hier einnehmen. Dass sich einer der Politiker dann mal ansieht was man hier auf die Beine stellen könnte wenn man uns ein wenig helfen würde, z.B. völlig kostenfrei mit einem Rundbrief an die deutschen Unis dass man GSAs kritischer betrachten sollte, Suchmaschinentechnik auf den Lehrplan setzen und YaCy durch Betreiben von Peers unterstützen sollte. Aber auf so eine Idee kommt leider keiner.
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Re: Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

Beitragvon Orbiter » Mi Sep 17, 2014 2:12 pm

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Re: Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

Beitragvon Low012 » Do Sep 18, 2014 7:44 am

Orbiter hat geschrieben:äh, sehe nur ich
[...]
und
[...]
als völlig lächerlich an?


Nein!

Dass sich einer der Politiker dann mal ansieht was man hier auf die Beine stellen könnte wenn man uns ein wenig helfen würde, z.B. völlig kostenfrei mit einem Rundbrief an die deutschen Unis dass man GSAs kritischer betrachten sollte, Suchmaschinentechnik auf den Lehrplan setzen und YaCy durch Betreiben von Peers unterstützen sollte. Aber auf so eine Idee kommt leider keiner.


Das wäre zu einfach und völlig unspektakulär. Außerdem, wenn es mehrere Ansätze zur Lösung eines Problems gibt, wird scheinbar bevorzugt der ungeeignetste gewählt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso höher, je stärker der Dunning-Kruger-Effekt zuschlägt, da Entscheidungsbefugnis oft nicht mit Expertise auf dem Gebiet einhergeht.
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Re: Koalitionsvereinbarung CDU/CSU, SPD und die IT-Infrastru

Beitragvon flegno » Do Sep 18, 2014 11:06 am

Hallo,
Orbiter hat geschrieben:Inzwischen weiss jeder, der sich mit Suchmaschinenalternativen beschäftigt welche Position wir hier einnehmen. Dass sich einer der Politiker dann mal ansieht was man hier auf die Beine stellen könnte wenn man uns ein wenig helfen würde, z.B. völlig kostenfrei mit einem Rundbrief an die deutschen Unis dass man GSAs kritischer betrachten sollte, Suchmaschinentechnik auf den Lehrplan setzen und YaCy durch Betreiben von Peers unterstützen sollte. Aber auf so eine Idee kommt leider keiner.

Ich kann mir vorstellen, dass man in politischen Kreisen:
  1. mehr Gehör für bestimmte Fragestellungen
  2. mehr Bereitschaft, ein Verstandnis für geeignete Konzepte und Löhnungsätzstifte zu entwickeln
  3. und darauf basierend, eine Fähigkeit, passende politische, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, zu entwickeln
wenn die "freie Software"-Szene ihrerseits mehr Bereitschaft zeigt, ein Verstandnis dafür zu entwickeln, wie die politische Klasse tickt und wie entsprechende politische Weichen gestellt werden. Es gehört zum Allgemeinwissen, dass relevante politische Entscheidungen durch Lobby-Aktivitäten vorbereitet werden. Ich schlage vor, dass die "freie Software"-Szene für sich einen Entschluss fasst:" Wir machen Lobby-Arbeit für die "freie Software". Und handelt dementsprechend. Was mit Handeln gemeint ist, wäre abzustimmen.

Die Handlungsoptionen könnten sein
  1. eine Petition hier Platzhalter zu erarbeiten, wenn festgestellt wird, dass eine Auffassung von rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erreichung von Zielen der "freie Software"-Bewegung notwendig ist.
  2. Kampagne
  3. Aktion.
  4. usw. ...
Mit einer Petition “Strategische Partnerschaft ‘Open Source made in China, Deutschland und Russland’” habe ich mal einen Testballon versucht. Diese Petition hat die Hürde des Petitionsausschusses nicht genommen. Aber immerhin – es gibt eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums zu dieser Petition.

In der Stellungnahme verweist das Bundeswirtschaftsministerium auf die Koalitionsvereinbarung CDU/CSU und SPD für die aktuelle Legislaturperiode, in der “vor dem Hintergrund der “NSA-Affäre” festgehalten ist, dass die Bundesregierung zur Wahrung der “technologischen Souveränität” Deutschlands den Einsatz national entwickelter IT-Sicherheitstechnologien sowie die Verbreitung vertrauenswürdiger Hard-und Software erheblich auszubauen beabsichtigt.”

Wichtige Schwerpunkte des Regierungshandelns auf diesem Gebiet in der aktuellen Legislaturperiode laut der zitierten Stellungnahme sind:
  1. “technologische Abhängigkeiten, z.B. beim … Trusted Computing zu lösen”
  2. “bei öffentlichen Beschaffungsvorhaben vom Bundesinnenministerium nunmehr verlangte Herstellererklärung, dass Kundendaten nicht ins Ausland transferiert werden”
  3. das EU-Forschungsprogramm Horizont 2020 beinhaltet zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verbesserung der IT-Sicherheit und Systemoffenheit”
Vollständiger Text der Stellungnahme als PDF . Ich behaupte mal, dass es sich lohnt, zu versuchen, mit einem Verweis auf die oben zitierte Koalitionsvereinbarung für die Etablierung von Technologien wie YaCy entsprechende Finanzmittel locker zu machen. Mit der Begründung, dass eine unabhängige Wissensinfrastruktur für ein Hochtechnologieland wie Deutschland systemrelevant und schlicht und einfach eine Frage der nationalen Sicherheit ist.

Gruss, flegno
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