Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

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Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Mario » Do Aug 09, 2007 10:04 am

Technology Review (sehr empfehlenserte Zeitschrift):
http://www.heise.de/tr/artikel/93638

Hinweis: Etwas Google lastig, da ein Forscher von Google zu Wort kommt ...
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Bardioc » Fr Aug 10, 2007 6:57 am

Also ich versuche mich an Suchmaschinen,darunter auch Google, schon seit über 10 Jahren... Da behauptet doch Herr Norvig in diesem Interview
Interessant ist auch, dass bei der Hauptzahl der Suchanfragen gar keine Fragen in natürlicher Sprache gestellt werden. Die Nutzer bemühen sich ungern, vollständige Sätze zu formulieren.

Nun kann ich mich noch ganz genau erinnern das ich solche Fragen in nätürlicher Sprache immer mal wieder versucht habe (zugegeben nicht immer in Englisch). Die Ergebnisse waren immer unbrauchbar und sind es noch heute.
Ich würde also gerne meine Fragen in natürlicher Sprache in ein bis drei Sätzen formulieren dann könnte nämlich in der Frage ein Kontext erkannt werden...
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Lotus » Fr Aug 10, 2007 9:45 am

Ich suche meist nach Formulierungen wie es geschrieben sein könnte, was ich suche.
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon piranha » Fr Aug 10, 2007 2:12 pm

Bardioc hat geschrieben:Also ich versuche mich an Suchmaschinen,darunter auch Google, schon seit über 10 Jahren... Da behauptet doch Herr Norvig in diesem Interview
Interessant ist auch, dass bei der Hauptzahl der Suchanfragen gar keine Fragen in natürlicher Sprache gestellt werden. Die Nutzer bemühen sich ungern, vollständige Sätze zu formulieren.

Ich glaube, das Problem liegt eher daran, dass der User soweit "erzogen" wurde durch die Unzulänglichkeiten der Suchmachinen nicht Fragen zu stellen, sondern nur Schlagwörter zu setzen...
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Orbiter » Fr Aug 10, 2007 3:09 pm

also ich halte nicht viel von Suchanfragen in natürlicher Sprache. Die meiste Zeit würde man damit verbringen, nachzudenken wie man einen schönen Satz um das eine Suchwort herum formuliert, da hacke ich doch lieber gleich das Wort ein und der Satzparser muss auch nicht mehr darüber nachdenken was nun eigentlich der Gegenstand des Suchsatzes ist. Forumuliere doch mal als Beispiel ein paar Suchsätze und poste die hier, dann hat man was zum diskutieren.
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon miTreD » Fr Aug 10, 2007 3:39 pm

Orbiter hat geschrieben:Forumuliere doch mal als Beispiel ein paar Suchsätze und poste die hier, dann hat man was zum diskutieren.
Welcher Kleinwagen ist grundsätzlich günstig in der Versicherung?
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Orbiter » Fr Aug 10, 2007 4:10 pm

miTreD hat geschrieben:Welcher Kleinwagen ist grundsätzlich günstig in der Versicherung?

uii -- um diese Frage beantworten zu können ist weitreichendes Weltwissen notwendig, jedenfalls im Kontext mit einer semantischen Bewertung dieses Satzes um verstehen zu können was du denn hier eigentlich willst:
folgende 'Gedanken' müsste so ein System haben:

- mit Kleinwaren ist ein Auto gemeint, in einer bestimmten Fahrzeugklasse (wie wird diese abgegrenzt)?
- mit Versichung ist eigentlich eine 'KFZ-Versicherung' gemeint, denn es handelt sich um 'Autos', das ein Synonym für 'KFZ' ist.
- 'günstig', hier werden Annahmen getroffen: du willst etwas bezahlen, das bezahlen hat eine bestimmte Form (Raten) und du möchtest eine Minimierungsfunktion ausüben. Hier ist ausserdem eine Schnittstelle vom semantischen System in ein mathematisches System notwendig
- 'grundsätzlich': das bedeutet offenbar das du gewisse Maßstäbe, die bei der Betrachtung von Versicherungen (oder Autos?) vorrausgesetzt werden angewendet werden. Welche Maßstäbe sind das? Die Maßstäbe haben auch gewisse mathematische Grundsätze, und sowas in ein semantisches System zu integrieren ist schwer. Ausserdem haben Preise immer eine Relevanz zu Kompromissen in den Vertragseigenschaften (Selbstbeteiligung etc) wo es keine generelle Maßlatte gibt sondern nur persönliche.

Ich hab während meines Studiums KI gemacht und weiss dass die Verarbeitung so eines Satzes absolut nicht-trivial ist. Es ist sogar so schwer das ich glaube das 50 Jahre KI-Forschung dazu nicht ausreichen. Daher glaube ich scheidet dieser Satz schon mal aus, nicht praktikabel.
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Lotus » Fr Aug 10, 2007 5:52 pm

miTreD hat geschrieben:
Orbiter hat geschrieben:Forumuliere doch mal als Beispiel ein paar Suchsätze und poste die hier, dann hat man was zum diskutieren.
Welcher Kleinwagen ist grundsätzlich günstig in der Versicherung?
Ganz einfach! Ich suche bei Autobild oder dem ADAC intern nach Versicherung. ;)

Ich finde es ehrlich gesagt beruhigend, dass es so sehr schwierig ist den Sinn von Sprache maschinell auszuwerten. Somit wird überwachung erschwert.
Mit gesundem Menschenverstand lassen sich die meisten Aufgaben bewältigen.
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Bardioc » Mo Aug 13, 2007 11:36 am

Ooops diese Richtung der Diskusion hatte ich nicht erwartet.
Was ich eigendlich ausdrücken wollte:
Ich finde es eine Frechheit das führende Mitarbeiter von Google mit dem Satz
Die Nutzer bemühen sich ungern, vollständige Sätze zu formulieren.
Ihren nutzern Faulheit und in weiterer Folge auch Dummheit unterstellen. Das eine Semantische Analyse von natürlichprachlichen Ausdrücken im Moment noch nicht zufriedenstellend gelöst werden kann (zumindest nicht in der Zeit die einer SuMa zur Präsentation eines Suchergebnisses zu Verfügung steht) sieht man ja schon an spezialisierter Übersetzungssoftware. Selbst in diesem Bereich sind fehlerhafte Übersetzungen normal und geduldet.

Ich werde also Google in Zukunft ob dieser Aussage Lügen strafen und bei jeder Suche zuvor eine gleichlautende Suche als ganzen Satz formulieren. Eben weil es noch nicht funktioniert. :evil:
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Orbiter » Di Aug 14, 2007 11:55 pm

irgendwo habe ich mal eine Aussage aus den 60er Jahren gelesen, das Computer ja nichts für die breite Masse sein könnten, weil man mit denen ja in einer bestimmten Sprache reden muss, damit die einen verstehen. Ich glaube aber nicht das sich das auf shell-Sprachen bezogen hat, eher auf so eine Massenmeinung wie denn das User-Interface zu Computer in der Zukunft sein könnte: natürliche Sprache, aber mit besonderer Grammatik. Daher sieht man dann in frühen Science-Fiction dann auch Computerexperten, die aber mit Computer nicht per Text-Terminal, sondern per gesprochener Sprache kommunizieren. Siehe Star Trekt: da redet auch hauptsächlich Spock bei Recherchefragen mit den Schiffscomputer.

Das gleiche Thema gibt es hier offenbar immer noch: die Formulierung von 'richtigen' Suchanfragen ist ja auch ein Thema für Spezialisten, denn man kann ja auch mit geschickter Suche bessere Ergebnisse bekommen (Beispiel: wer kennt schon das ein '.' zwischen zwei Wörtern bei Google das gleiche bewirkt, wie die beiden Wörtern in quotes zu setzten, dann die ganzen intitle, inurl etc Sachen).

Sind wir also nun in der Zukunft der 60er angekommen? Und nun muss ein Ersatz für den Schiffscomputer-Spezialisten Spock bei der Kommunikation mit dem allwissenden Rechner (das Web) gefunden werden? Unter dem Aspekt könnte man mal ganz anders über neue Suchinterfaches nachdenken. Oder brauchen wir mehr meta-keywords in der Suchanfrage (sowas wie inquestion, instatement, inproposition, oder sonst?) als Zwischenschritt zu einem intelligenteren Suchinterface?
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon Fuchs » Mi Aug 15, 2007 10:52 pm

Orbiter hat geschrieben:
miTreD hat geschrieben:Welcher Kleinwagen ist grundsätzlich günstig in der Versicherung?

uii -- um diese Frage beantworten zu können ist weitreichendes Weltwissen notwendig, jedenfalls im Kontext mit einer semantischen Bewertung dieses Satzes um verstehen zu können was du denn hier eigentlich willst:

...

Daher glaube ich scheidet dieser Satz schon mal aus, nicht praktikabel.


Da gehe ich nicht ganz mit. Diese Frage ist sogar ein recht gutes Beispiel dafür, wie durch "einfache" semantische Analysen der Ergebnisraum eingeschränkt werden kann. Man muss sich natürlich zuerst die Frage stellen, was man erreichen will. Möchte man auf die oben stehende Frage eine konkrete Antwort, so stimme ich voll zu, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis ein "Automat" sowas beantworten kann. Zumal es eine Fragestellung ist, die auch ein Mensch selbst mit nötigem Hintergrundwissen nicht beantworten kann.

Heutige Stichwort basierte Suchmaschinen haben jedoch den Haken, dass sie in den meisten Fällen zu viele irrelevante (nicht zum semantischen Kontext des Gesuchten passende) Ergebnisse liefern.

Den obigen Satz würde man als Mensch in die wesentlichen inhaltsbestimmenden Anteile zerlegen, um damit eine beliebige SuMa zu füttern, z.B. kleinwagen günstig versicherung. Genauso kann es auch ein Query Satz-Parser machen. Subjekt-Prädikat-Objekt-Zerlegungen sollten auch mit heutigen Techniken kein unlösbares Problem darstellen.

Ärgerlicherweise reicht das für diese Anfrage aber nicht aus, selbst wenn man noch das Fragewort welch in den Query-Term mit aufnimmt, weil aus der Liste der Suchworte nicht klar wird, dass man ein Fahrzeug such und keine Versicherung -- ergo wird die Liste der Ergebnisse wahrscheinlich zu 90% aus dem Kontext "günstige Versicherung, die auch KFZ-Versicherungen anbieten" bestehen und nicht dem was man eigentlich sucht.

Rein Stichwort basiert kann das Query nicht ohne weiteres umformuliert werden, so dass sicher gestellt werden kann, dass die Versicherungs-Ergebnisse nicht in der Liste auftauchen. Hier wäre eine simple sematische Analyse, die lediglich versucht zu bestimmen, was gesucht wird, nötig; denn aus "welcher Kleinwagen" ergibt sich eindeutige, dass ein Kleinwagen und nicht eine Versicherung gesucht wird.

Auch das wäre sicher technisch machbar.


Trotzdem halte ich es nicht für sinnvoll. Den Schluss:
Bardioc hat geschrieben:Ich finde es eine Frechheit das führende Mitarbeiter von Google mit dem Satz
Die Nutzer bemühen sich ungern, vollständige Sätze zu formulieren.

Ihren nutzern Faulheit und in weiterer Folge auch Dummheit unterstellen.


halte ich für falsch. Ich vermute, dass er einfach die Realität formuliert hat. :)

Es ist Fakt, dass der überwiegende Anteil aller Suchanfragen sogar nur aus einem einzelnen Suchwort bestehen. Aber selbst Anfragen aus mehreren Suchwörtern und nicht Sätzen zu formulieren hat nichts mit Faulheit oder Dummheit zu tun, im Gegenteil. Es ist weitaus schwieriger geeignete Suchworte zu finden, als einen Satz zu bauen. ;) Gleichzeitig ist es bei manchen Suchen nahezu unmöglich, alles Wichtige in einem Satz unterzubringen.


Ich glaube, dass in den nächsten Jahren die Lösungen Erfolg haben werden, die die herkömmlichen Suchinterfaces schrittweise ergänzen, ohne die Komplexität in deren Benutzung zu vergrößern. Solche Geschichten wie (Quasi-)Clustering, also das Vorschlagen zusätzlicher inhaltsbestimmender Suchworte zur Eingrenzung des Such-Kontextes, Integration verschiedener Suchdienste wie bei Google (durchsichtige Darstellung von Ergebnissen aus Web-, News, etc.-Suchen im selben Interface), Extraktion bestimmter Elemente wie Daten, Personen-, Firmen- und geografischen Namen, Telefonnummern etc., vielleicht auch etwas koomplexere Veranschaulichung wie die grafische Darstellung der Vernetzung von Such-Ergebnissen, sind aus meiner Sicht gute Beispiele dafür. (Man stelle sich den letzten Satz als Frage an eine Suchmaschine vor. ;) )


So, reicht erstmal...
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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon miTreD » Di Aug 21, 2007 11:30 am

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Re: Artikel über die Suchetechnologie der Zukunft

Beitragvon miTreD » Di Sep 18, 2007 1:05 pm

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